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Gemeinschaftsflächen – fünf Faktoren für ein gelungenes Konzept
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Gemeinschaftsflächen – fünf Faktoren für ein gelungenes Konzept

Gemeinschaftsflächen sind oft das Sahnehäubchen erfolgreicher Longstay-Produkte. Dort kommen die Bewohner zusammen, treffen auf Freunde und Nachbarn, können gemeinsam lernen, kochen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Aber: Gemeinschaftsflächen kosten auch Geld, das Investoren und Betreiber auf ihre Mieter umlegen müssen. Lohnt sich eine solche Community Area, vor allem im Student-Living-Segment? Und was braucht es für ein gelungenes Konzept? In unserem Ratgeber erfahren Sie mehr!

  • Roter Faden für das Konzept
  • Optische Highlights
  • Lage und Größe des Objekts
  • Funktionale Zonen
  • Ansprechende Ausstattung

Wer mit 20 Quadratmetern zum Essen, Wohnen und Schlafen auskommt, braucht Ausgleichsflächen für das eigene Wohlbefinden, auch wenn diese nur als Lernräume dienen. Die Gemeinschaftsfläche in Longstay-Konzepten wie dem Student Living dient daher – im Gegensatz zur anonymen Hotellobby – als verlängertes Wohnzimmer für die Bewohner. In den meisten Fällen ist sie nicht öffentlich zugänglich.

Eine gut durchdachte Gemeinschaftsfläche kann für eine Marke zum USP werden. Ein besonderer Wow-Effekt, der im Gedächtnis bleibt und der sich von den Wettbewerbern abhebt. Darüber hinaus steigert ein Bereich für die Community das Wohnerlebnis und die Bindung an das Objekt, sodass sich die Vermietungsdauer erhöhen kann. Wie hoch dieser Wert ist, ist individuell verschieden.

Berlinovo Apartments Berlin

Roter Faden und Wow-Effekte

Für den Wiedererkennungswert und das Zugehörigkeitsgefühl braucht jedes gelungene Student-Living-Konzept einen roten Faden, der sich durch alle Räume zieht. Ausgangspunkt und optisches Highlight ist in der Regel der Gemeinschaftsbereich, während die Zimmer ruhiger gestaltet sind. Besonders schön ist, wenn auch die Nebenräume wie der Waschmaschinenraum für optische Aha-Effekte sorgen. Da die meisten Gemeinschaftsräume in Studentenwohnanlagen nicht bewirtschaftet werden, gehören Dachterrassen und Cafés selten dazu. Es gibt allerdings Ausnahmefälle, wie das Café des Studentenwohnheims Berlinovo an der Rhinstraße in Berlin-Lichtenberg.

Größe, Kosten, Ausstattung

Die Größe der Gemeinschaftsfläche ist abhängig von der Lage und der Größe des Objekts, dem gewünschten Mietpreis, wirtschaftlichen Faktoren, der Art der Bewirtschaftung etc. Sie variiert von Objekt zu Objekt. Im Durchschnitt beträgt der Anteil der Gemeinschaftsfläche an der Gesamtmietfläche etwa 1,5 Quadratmeter pro Zimmer. Die Hauptfläche befindet sich meist im Erdgeschoss, nur in Ausnahmenfällen in anderen Stockwerken. Als attraktives Entree vermittelt sie den Bewohnern das Gefühl, zu Hause anzukommen. Als Treffpunkt fördert sie die Kommunikation. Häufig integriert der Gemeinschaftsbereich auch einen Coworkingspace, sodass sich Studierende dort nicht nur treffen und vernetzen, sondern auch lernen oder Events veranstalten können. Dementsprechend gliedert sie sich in verschiedene Zonen wie eine Ruhezone, eine Arbeitszone, eine Kommunikationszone. Diese Zonen müssen klar strukturiert sein, sodass sich dafür eine Mindestgesamtfläche von 100 Quadratmetern und mehr ergibt.

Der Kostenanteil der Gemeinschaftsflächen eines Student-Living-Hauses beträgt in der Regel rund zehn Prozent der Gesamtkosten. Die Beträge für die benötigten Flächen, deren Ausstattung und Instandhaltung werden auf die vermietbaren Flächen umgelegt. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, ist es daher wichtig, sich bereits bei der Konzeption eines Student-Living-Hauses gezielt mit Größe, Lage, Ausstattung und der eventuellen Bewirtschaftung der Gemeinschaftsflächen zu beschäftigen.

Die Ausstattung muss ebenso ansprechend wie langlebig sein. Dies wird durch objektgeeignete Produkte und Materialien gewährleistet. Böden müssen für starke Beanspruchungen ausgelegt sein, Stoffe sollten beispielsweise abwaschbar oder mit Fleckschutz ausgestattet sein. Tische benötigen gute, kratzfeste Beschichtungen wie HPL. Gerne kommt „unkaputtbares“ Metall zum Einsatz. Von der Decke oder der Wand abgehängte Pflanzen machen den Gemeinschaftsbereich wohnlich, Tapeten setzen Akzente. Beleuchtung zoniert und senkt zum Beispiel in Form von abgehängten Pendelleuchten die Raumhöhen der oft 2,80 bis 3 Meter hohen Erdgeschosse auf ein wohnliches Niveau.

Behomie Serviced Living

Prime Student Living Siegen

Best Practices – von Siegen nach Berlin

Mit seinen 73 Apartments und drei Wohngemeinschaften ist das Prime Student Living Siegen eine eher kleinere Wohnanlage für Studierende. Sie kommt mit nur 100 Quadratmeter Community-Fläche aus, auf der sich die Bewohner treffen, lernen, kommunizieren oder einfach nur die Waschmaschine benutzen. Alle Räume sind nicht öffentlich zugänglich und clean, aber gemütlich eingerichtet. Ursprünglich war eine größere Gemeinschaftsfläche geplant. Diese wurde jedoch zugunsten von weiteren Apartments verkleinert. Der übrig gebliebene Bereich ist klein, aber fein – und bei allen Bewohnern beliebt.

Wesentlicher Bestandteil der in zwei Häuser gegliederten Studentenwohnanlage der Berlinovo in Berlin-Lichtenberg ist ein gut 1.100 Quadratmeter großer Gemeinschaftsbereich. Dieser umfasst diverse Zonen, die ausschließlich den 802 Wohneinheiten offenstehen: eine Learning Lounge, eine Chill Out Lounge, ein Spielbereich, eine Bibliothek, ein Waschraum und eine Community Lounge mit Gemeinschaftsküche, die von den Bewohnern angemietet werden kann. Daneben gibt es eine halböffentliche Fahrradwerkstatt, in der auch die Nachbarn ihre Räder reparieren lassen können. Der Outdoor Fitness Park sowie Flächen für Urban Gardening und ein bewirtschaftetes Café sind sogar komplett öffentlich zugänglich. Damit stellt die Bauherrin Berlinovo den Bewohnern sowie ihren Nachbarn gezielt Orte der Begegnung zur Verfügung. Als städtischer Träger mit sozialem Auftrag will sie der Anonymisierung der Studierenden im Haus entgegenwirken. Zudem wertet sie das Quartier mit ihrem Angebot auf und schafft einen Mikrokosmos, der das gesamte Gemeinwesen trägt.

EXPERTEN TIPP:

Geschäftsführer Benjamin Oeckl empfiehlt:

Die Bedeutung der Gemeinschaftsflächen für den Projekterfolg muss von den Experten jeweils im Einzelfall betrachtet werden, den sie hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zwei Beispiele aus unserem Portfolio verdeutlichen. So wurde die Gemeinschaftsfläche des Prime Student Living in Siegen auf Anraten von BelForm zugunsten weiterer Apartments verkleinert – und das mit Erfolg. Die Wohnanlage der Berlinovo an der Rhinstraße in Berlin-Lichtenstein dagegen wurde großzügig mit nicht-öffentlichen und öffentlichen Gemeinschaftsbereichen ausgestattet, um das Quartier insgesamt aufzuwerten.

Benjamin Oeckl
Geschäftsführer BelForm

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    Bildquellen:

    Headerbild: Foto von Toa Heftiba auf Unsplash

    Beitragsbilder: BelForm

    Über BelForm:

    Mit dem Blick fürs Ganze formt BelForm Apartmenthäuser mit Wow-Effekt und langfristiger BelForm-Rendite. Seit zehn Jahren bietet BelForm als erster Komplettanbieter Projektentwicklern, Betreibern und Investoren die wichtigsten Leistungen rund um Temporäres Wohnen aus einer Hand an. Für Serviced Apartments, Mikro-Wohnen, Coliving und Senioren-Apartments ist BelForm ein Partner von A-Z: Von der Beratung, über Innenarchitektur und Kompletteinrichtung bis zur kompletten Digitalisierung eines Hauses. Ziel ist es, renditestarke Apartmenthäuser auf Basis hochzufriedener Bewohner zu formen, die sich nachhaltig wirtschaftlich erfolgreich betreiben und bewirtschaften lassen.

    Einige von BelForm begleitete Projekte sind das bekannte #behomie Living der Interboden Gruppe, die Nena Hospitality Apartmenthäuser in Bochum und München, das Projekt Rhinstrasse für die Berlinovo Grundstücksgesellschaft, die hocherfolgreichen BlackF Serviced Apartments, die Konversion eines Hotels in ein Boutique Serviced Apartments für die H’Otello Gruppe, für die VIVUM Fonds die Mona Lisa Urban Apartments in Frankfurt und viele weitere Häuser. 

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