Entwicklung Mikro-Apartments

Me, myself and I:  Ist der Trend zur Entwicklung von Mikroapartments nur eine vorübergehende Erscheinung?

Laut BBSR werden 2030 bereits 80 Prozent der Bevölkerung in 1-2 Personen Haushalten leben. Eine verblüffende Zahl und eine Entwicklung, die nach intelligenten Lösungsansätzen schreit. Schließlich bedeutet eine Verringerung der Bewohner pro Apartment auch eine Steigerung der Gesamtzahl von Haushalten. Das Wohnverhalten und die Lebensentwürfe der Deutschen haben sich geändert. Die bulwiengesa AG hat sich intensiv mit dem Thema Mikrowohnen beschäftigt und unter anderem dessen Eignung als Investment untersucht. 

Was bedeutet die Versingelung der Gesellschaft für die Entwicklung von Wohntrends? Ist Disruption auch im Bereich Wohnen angekommen? Ist der Trend von Dauer? Und sind Mikroapartments nur ein Trend, der aufgrund von Rendite momentan viel Aufmerksamkeit bekommt?

Entwicklung von Mikro-Apartments: Entwicklung 1-Personenhaushalte in Deutschland
Quelle: BBSR; Prognose ab 2013 © bulwiengesa AG

Wer lebt allein?

Mutter, Vater, Sohn und Tochter: Das ist das klassische Bild einer Familie, doch die wird in Deutschland offensichtlich immer seltener. Viele Menschen leben allein. In A-Städten wie Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart gibt es bereits mehr als 50 % 1-Personen-Haushalte. Aber wer lebt allein?

  • Studenten: Bildungsmöglichkeiten locken immer mehr junge Menschen in den städtischen Raum. Sie folgen ihren Altersgenossen und schätzen die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten.
  • Young Professionals: Das breite Arbeitsangebot in Großstädten überzeugt. Ein Umzug in den urbanen Raum, scheint die Karriere voranzutreiben. Die Kinder- und Familienplanung wird immer öfter nach hinten verschoben.
  • Senioren: Der größte Anteil an Single-Haushalten geht auf das Konto von älteren Menschen. Viele von ihnen ziehen aufgrund der Nähe zu Ärzten, dem ÖPNV und der Freizeitangebote in die Stadt. Wer alleine lebt, will in der “Freizeit” nicht auch noch alleine sein. Wer es sich leisten kann, verbringt seinen Lebensabend in den schönsten Ecken Deutschlands (z.B. Sylt, Bodensee, Tegernsee). Auch hier sind Apartments sehr gefragt.
Entwicklung Mikro-Apartments: Haushalte und 1-Raum-Wohnungen in ausgewählten Großstädten
Quelle: destatis ©bulwiengesa

Es scheint, als sei Disruption auch im Bereich Wohnen angekommen: Das Leben in kleinen Apartments wird für eine immer größer werdende Anzahl an Menschen interessant. Die Nachfrage nach geeignetem Wohnraum steigt. Ende 2012 gab es 16,49 Mio. 1 Personen Haushalte, aber nur 5,2 Mio. geeignete Wohnungen. Mikroapartments wollen diesen Markt bedienen.

Das Zuhause von morgen: Definition Mikroapartments

Immer mehr Menschen leben alleine, die Nachfrage nach geeignetem Wohnraum steigt – eine überaus positive Entwicklung für alle Investoren und Bauträger, die auf Mikroapartments setzen. Aber was versteht man eigentlich unter einem Apartment im Mikro-Format? Und welche Bedürfnisse erfüllt eine solche Wohnlösung?

Die Bezeichnung Mikroapartment beinhaltet verschiedene Wohnformen. Dazu gehören Studentenapartments, Boardinghouses, Serviced Apartments und Business Apartments (hier meist die XS- oder S-Kategorie). Auf einer Größe von 18 bis 60 Quadratmeter (laut bulwiengesa – in der Praxis eher 18-35 Quadratmeter) sind Küche, Bad und Wohnflächen untergebracht. Außerdem sind Mikroapartments voll oder teilweise möbliert. Waschräume werden gemeinsam genutzt, die benötigte Anzahl an Stellplätzen pro Wohneinheit beläuft sich je nach Stadt und Nutzungsart auf 01, bis 1,0

Da Mikro-Apartments zumeist Teil größerer Wohnanlagen sind, besteht die Herausforderung darin, im Wohnraum Platz für Individualität zu schaffen. Größe, Schnitt und Grundausstattung sind in den einzelnen Wohnungen zumeist funktional und sehr ähnlich. Aber Hand aufs Herz: Wer will schon in einem Apartment leben, das vor allem “praktisch” ist? Das Zuhause reflektiert die Persönlichkeit des Bewohners und wird dadurch zum wichtigen Bestandteil der Identität. Nur mit einzigartigen und individualisierbaren Konzepten werden dauerhaft Mieter gewonnen. In einem Markt, der zukünftig noch stärker umkämpft wird, dürfen sich Investoren bei der Einrichtung nicht mit niedrigen Standards zufrieden geben.

Entwicklung Mikro-Apartments: Gegenüberstellung kleinteiliger Wohnformen
Quelle: HypZert e.V.; bulwiengesa AG

So will Deutschland leben: Gesellschaftliche Trends

Die Attraktivität eines Wohnortes und eines Apartments wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst (siehe auch unseren Artikel zum Einfluss des demographischen Wandels auf die Bevölkerungszahlen am Beispiel München):

  • Zentrale Lage: Attraktive Freizeitangebote und hervorragende Infrastruktur spielen bei der Wahl des Wohnorts eine entscheidende Rolle
  • Arbeit: Die Nähe zum Arbeitgeber sollte gegeben sein. Allerdings spielt die Lage eine immer größere Rolle und der Trend geht zum Modell “Zentral wohnen – Dezentral arbeiten”
  • Flexibilität: Berufstätige wechseln den Job heute (vor allem zu Beginn der Karriere) häufiger. In der direkten Umgebung sollten also nach Möglichkeit mehrere potentielle Arbeitgeber ansässig sein

Insgesamt muss festgehalten werden, dass eine Steigerung der Ansprüche an Wohnumfeld und Infrastrukturausstattung stattfindet. Wie werden diese Anforderungen gemeistert?

Wie Mikroapartments die Anforderungen von 1-2 Personen Haushalten bedienen

Mikroapartments richten sich an verschiedene Zielgruppen. Berufseinsteiger und Berufstätige profitieren von Flexibilität und Unabhängigkeit eines Wohnsitzes auf Zeit. Außerdem stellen Mikroapartments eine bezahlbare und praktische Alternative dar, schließlich fällt das ganze Thema “Einrichtung” weg, da meist schon vorhanden. Internationale Fachkräfte können von Unternehmen für die Zeit des Einsatzes untergebracht werden. Studenten wohnen gerne alleine wenn sie es sich leisten können, schätzen aber das gemeinschaftliche Angebot. Zudem sind sie aufgrund von knappem Wohnangebot auf Alternativen zum normalen Wohnungsmarkt angewiesen. Singles verzichten für eine zentrale Lage gerne auf mehr Wohnfläche (siehe auch unseren Artikel zum Thema Schwarmverhalten).

Fazit:

Das klassische Bild des Zusammenlebens wird schon bald der Vergangenheit angehören. Wohnen ist heute viel kurzfristiger angelegt und in Lebensabschnitte unterteilt. Das Modell “Beruf erlernen, Haus bauen, Familie gründen” scheint nicht mehr zeitgemäß. Heute sind Flexibilität und Mobilität gefragt, die Fluktuation steigt. Junge Leute verbringen nur noch rund drei Jahre bei einem Unternehmen und ziehen dann weiter. Auch Mehr-Generationen-Haushalte werden seltener. Ältere Menschen leben alleine oder zu zweit. Aber nicht jeder hat ein Eigenheim in Innenstadtlage. Bezahlbare Apartments sind – unabhängig vom Alter – beliebter denn je. Mikrowohnen ist also keine vorübergehende Erscheinung, sondern ist die logische Schlussfolgerung auf einen Wandel der Gesellschaft. Außerhalb von Deutschland sorgt diese Entwicklung schon längere Zeit für größere Investments. International hat sich Mikrowohnen längst etabliert und auch hierzulande ist das Marktpotenzial groß (siehe auch unseren Artikel zum Potenzial im Markt der Serviced Apartments und Boardinghouses). Wer ein Investment plant, muss unbedingt zielgerichtet arbeiten und die Anforderungen der Zielgruppe im Blick haben.

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Über BelForm
BelForm GmbH ist Experte im Bereich Micro Living und temporärem Wohnen. Wir übernehmen die Beratung, Innenarchitektur sowie die abschließenden Komplett-Möblierung. Ziel ist es, einen entscheidenden Mehrwert für Auftraggeber und Nutzer gleichermaßen zu generieren.

Quelle Titelbild: iStock / KatarzynaBialasiewicz 

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